Im Jahr 2024 belaufen sich die Treibhausgasemissionen von Infomaniak auf 2 124,8 tCO2e — ein Rückgang von 31,4 % gegenüber 2023. Der deutliche Rückgang ist in erster Linie auf die Abnahme des grössten Emissionspostens in der Treibhausgasbilanz (THG) von Infomaniak zurückzuführen. Die Gesamtbilanz spiegelt mehrere grundlegende Entwicklungen im Jahr 2024 wider: eine Anpassung des Berechnungsmodells, die Inbetriebnahme unseres neuen Rechenzentrums sowie Veränderungen bei internen Praktiken, insbesondere im Bereich Mobilität. Um all dies zu erläutern, veröffentlichen wir diesen Bericht vollständig und in aller Transparenz, um Ursprung und Entwicklung der THG-Emissionen von Infomaniak klar aufzuzeigen.

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Rückgang der Emissionen um 31,4 %: Hintergründe dieser Entwicklung

Vier wesentliche Dynamiken prägen die Entwicklung der THG-Bilanz, wobei eine davon den Anstieg anderer Kategorien teilweise ausgleicht:

Elektronische Geräte bleiben der wichtigste Faktor für die Emissionsreduktion

Elektronische Geräte bleiben der grösste Emissionsposten. Im Jahr 2024 sinken die Emissionen in dieser Kategorie um 36,2 %, von 2 852,2 tCO₂e auf 1 820 tCO₂e — dies erklärt den Grossteil des Gesamtrückgangs.

Dieser Rückgang ist zum Teil auf verbesserte Erkenntnisse zurückzuführen. Unser Partner Resilio hat sein Berechnungsmodell überarbeitet, um die Auswirkungen von Wafern — Siliziumscheiben, die in elektronischen Bauteilen verwendet werden — besser zu erfassen. Konkret bedeutet dies eine Anpassung des Modells auf Basis der wissenschaftlichen Datenbanken, die für CO₂-Bilanzen herangezogen werden (insbesondere die Ecoinvent-Referenzdatenbank).

Der Einfluss des Strombezugs bleibt trotz Wachstum beherrschbar

Im Jahr 2024 steigen die Emissionen aus dem Strombezug um 15,6 % — bedingt durch das Wachstum unserer Aktivitäten.

Die entsprechenden Emissionen steigen von 65,6 tCO₂e (2023) auf 75,8 tCO₂e (2024), was einem Anstieg des Verbrauchs von rund 18 % entspricht.

Pendelwege verursachen wieder mehr Emissionen

Die Emissionen aus dem Arbeitsweg steigen 2024 um 35,6 %. Diese Entwicklung spiegelt einen deutlichen Anstieg der Nutzung von Benzin- und Dieselautos (bis zu +66 % bei Kleinfahrzeugen) sowie Motorrädern (+49 % der zurückgelegten Distanz) wider.

Mehrere Faktoren erklären diesen Anstieg. Die Emissionen je Vollzeitäquivalent (VZÄ) steigen um 14 %, und die durchschnittliche Distanz pro Mitarbeitenden nimmt um 10 % zu. Gleichzeitig geht die Nutzung von Fahrgemeinschaften deutlich zurück — von 25 % auf 14 % der gesamten zurückgelegten Distanzen.

Der Anteil umweltfreundlicher Fortbewegung und öffentlicher Verkehrsmittel beträgt 65 % (2023: 63 %) der zurückgelegten Distanzen. Die Entwicklung ist positiv, gleicht den Anstieg des motorisierten Individualverkehrs jedoch nicht aus.

Mehr Fläche treibt die Emissionen im Bereich Wärme in die Höhe

Der Wärmeverbrauch steigt 2024 um 10 %, was zu einem Anstieg der Emissionen in dieser Kategorie um 13,5 % führt. Ursache ist die Erweiterung der genutzten Flächen am Hauptsitz des Unternehmens infolge des Personalwachstums.

Nebeneffekte mit begrenztem Einfluss auf die Gesamtbilanz

Abfälle kehren auf Normalniveau zurück

Die emissionsrelevanten Abfälle sinken zwischen 2023 und 2024 um 80,2 % (von 3,1 auf 0,6 tCO₂e). Die Schliessung des Rechenzentrums Vernier hatte 2023 aussergewöhnlich grosse Abfallmengen erzeugt und diesen Posten deutlich in die Höhe getrieben. 2024 markiert die Rückkehr zur Normalität.

Paradoxerweise steigt das physische Abfallvolumen 2024 um 23 %, während sein CO₂-Einfluss stark zurückgeht. Dies erklärt sich durch eine neue Berechnungsmethode in der Schweiz: Verbrennbarer Abfall gilt als nahezu CO₂-neutral, da die bei der Verbrennung entstehende Wärme zur Gebäudeheizung genutzt wird. Dieser Posten wird in der Gesamtbilanz von Infomaniak zunehmend marginal.

Geschäftsreisen bleiben gut unter Kontrolle

Die Emissionen aus Geschäftsreisen sinken zwischen 2023 und 2024 um 0,9 %, trotz gestiegener Aktivität. Der hohe Anteil öffentlicher Verkehrsmittel hilft, diese Emissionen zu begrenzen.

Verpflegung verzeichnet einen Anstieg

Der CO₂-Einfluss der Verpflegung steigt um 58,9 % (24,9 tCO₂e) und macht 1,1 % der Gesamtemissionen aus. Dieser Anstieg betrifft vom Unternehmen finanzierte Mahlzeiten und Getränke (Kaffee, Tee, Wasser). Ohne detaillierte Erklärung hebt der Bericht einen wichtigen Hinweis hervor: Mineralwasser in Flaschen verursacht einen 1 000-mal höheren CO₂-Ausstoss als Leitungswasser.

2023 und 2024: zwei grundlegend verschiedene Jahre im Vergleich

Im Jahr 2024 sinken die Treibhausgasemissionen im operativen Bereich um 31,4 %.

Berücksichtigt man den Gesamtperimeter einschliesslich der Rechenzentren, erreicht der Rückgang 58 %. Dieser Effekt ist einmalig: Er spiegelt den grossen Unterschied zwischen dem CO₂-Gewicht des Baus des Rechenzentrums D4 (1 961,9 tCO₂e) im Jahr 2023 und dem Jahr 2024 wider, das das erste vollständige Jahr des regulären Betriebs darstellt.

Die zentrale Herausforderung des Jahresberichts 2024 besteht darin, eine aussergewöhnliche Investition wie den Bau eines neuen Rechenzentrums in die Bilanz zu integrieren, ohne das Verständnis der tatsächlichen Emissionsentwicklung von Infomaniak zu beeinträchtigen. Zu diesem Zweck wurde der Rahmen der Bilanz 2024 angepasst: Die Daten von 2023 wurden so bereinigt, dass diese Bauemissionen dort erfasst werden. Das Jahr 2024 bildet somit ausschliesslich den laufenden Betrieb des D4 ab, nicht die Bauphase — deren Auswirkungen wurden 2024 vollständig kompensiert. Den CO₂-Einfluss des D4-Baus erläutern wir in diesem Artikel.

Der D4 ist eine strategische Investition zur Reduktion unserer THG-Emissionen auf mittlere und lange Sicht

D4 geht zu einem Zeitpunkt in Betrieb, in dem die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz stark zunimmt. Es ermöglicht unter anderem den Start von Euria, unserer datenschutzfreundlichen KI, unter energetisch effizienteren Bedingungen: Jede Anfrage an Euria erzeugt Wärme, die zurückgewonnen und ins Fernwärmenetz eingespeist wird — mit einer Kapazität, die bis zu 6 000 Haushalte versorgen kann. Diese Infrastruktur wird ausschliesslich mit zertifizierten erneuerbaren Energien betrieben und nutzt die erzeugte Energie, anstatt sie zu verschwenden.

Das CO₂-Gewicht des D4-Baus muss im Verhältnis zu seiner hohen Energieeffizienz im Betrieb und zum Beitrag seiner Abwärme zum Fernwärmenetz gesehen werden.

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