2024 sind die Treibhausgasemissionen von Infomaniak deutlich gesunken. Dieser Rückgang ist teilweise auf den Abschluss des Baus unseres neuen Rechenzentrums D4 zurückzuführen. Der Bau schlägt mit 1 961,9 Tonnen CO₂e zu Buche, die in der Bilanz 2023 erfasst sind. Um den Umfang dieses Impacts zu verdeutlichen, teilen wir die detaillierte Analyse der Bauphase des D4 – von den verwendeten Materialien bis zu den technischen Installationen.
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Wie der Bau des D4 in unsere THG-Bilanz einfliesst
Der Bau des Rechenzentrums D4 schlägt mit 1 961,9 Tonnen CO₂e in unserer Treibhausgasbilanz zu Buche. Diese Emissionen betreffen die 2023 durchgeführte Bauphase. Da die Errichtung einer Infrastruktur zum Betrieb unserer Cloud gehört, sind sie in unsere Klimabilanz integriert.
Um eine konsistente Betrachtung der Emissionsentwicklung zu gewährleisten, wurde dieser Impact rückwirkend der Bilanz des Jahres 2023 zugeordnet. 2024 entspricht damit dem ersten vollständigen Betriebsjahr des D4.
Der zwischen diesen beiden Jahren beobachtete Rückgang ist daher grösstenteils darauf zurückzuführen, dass einem Jahr mit Infrastrukturbau ein Jahr mit normalem laufenden Betrieb folgt.
Was der Baubericht misst
Der Bericht konzentriert sich ausschliesslich auf den Bereich „Bau“ des D4. Er analysiert die Umweltauswirkungen der verwendeten Materialien, der Herstellung technischer Ausrüstungen, der eigentlichen Bauarbeiten sowie der Entsorgung der Infrastruktur am Ende ihrer Nutzungsdauer. Dies entspricht dem Fussabdruck des Gebäudes und seiner technischen Anlagen: der Tragstruktur, den Elektroinstallationen, den thermischen Systemen und allen festen Komponenten, die für den Betrieb der Infrastruktur erforderlich sind.

IT-Hardware ist in diesem Umfang nicht enthalten, da Server schrittweise nach Bedarf installiert werden und ihr Impact bereits jährlich in unseren THG-Bilanzen erfasst wird. Diese Unterscheidung zwischen Hülle (Gebäude) und Inhalt (Server) vermeidet Doppelzählungen und beschreibt den Impact des Baus selbst präzise.
Die Hauptemissionsquelle beim Bau des Rechenzentrums D4
Der CO₂-Fussabdruck eines Gebäudes wird häufig mit Beton assoziiert. Beim D4 macht die unterirdische Tragstruktur (Fundamente, Bodenplatten* und tragende Wände) 23,4% des gesamten CO₂-Fussabdrucks aus. Zählt man die Innen- und Aussenbauelemente hinzu, die 18,7% ausmachen, ergibt sich ein Anteil von 42,1%. Beton ist damit die zweitgrösste Emissionsquelle.
*Eine Bodenplatte ist ein flächiges Stahlbetonfundament in Form einer durchgehenden Platte, die die gesamte Grundfläche des Gebäudes abdeckt.
Die technischen Anlagen des Rechenzentrums (Elektroinstallationen, Transformatoren, Lüftungs- und Kühlsysteme) stellen den grössten Emissionsposten beim Bau des D4 dar. Sie machen 57,3% der Gesamtemissionen aus, davon allein 44,1% für die Elektroinstallationen, gefolgt von Heizung und Lüftung.
Der Grossteil der Emissionen entsteht bei der Materialherstellung. Insgesamt fallen 90,5% des CO₂-Fussabdrucks vorgelagert an – bei der Produktion der Baumaterialien und technischen Ausrüstungen. Für den Bau des D4 wurden beispielsweise 16,2 Tonnen Kupfer für die Verkabelung, rund 14,4 Tonnen Aluminium, mehr als 16 Tonnen Konstruktionsstahl sowie 3 226 Tonnen Beton für die unterirdischen Wände, die Bodenplatte und die Deckentragstrukturen eingesetzt.
Umweltauswirkungen gehen über CO₂ hinaus
Neben den CO₂-Emissionen ergänzt ein weiterer Indikator die Analyse: die Graue Energie. Sie bezeichnet den gesamten nicht erneuerbaren Energieeinsatz (Erdöl, Erdgas, Kohle usw.), der für die Gewinnung, Verarbeitung und den Transport der Materialien vor ihrer Anlieferung auf der Baustelle erforderlich ist.
Für das D4 umfasst diese Energie insbesondere:
- die Herstellung von Zement und Stahl für die Tragstruktur
- die Produktion von Kabeln, Transformatoren und Elektroausrüstungen
- die Fertigung der Lüftungs- und Kühlsysteme
- den Transport dieser Elemente zur Baustelle
- die Entsorgung der Materialien beim künftigen Rückbau des Rechenzentrums (End-of-Life).
Insgesamt beläuft sich dieser Wert auf 7 376 MWh.
Zusätzlich zu den CO₂-Emissionen und der Grauen Energie verwendet der Bericht die UBP (Umweltbelastungspunkte), einen in Schweizer Ökobilanzen eingesetzten Indikator, der verschiedene baurelevante Umweltauswirkungen in einer gemeinsamen Einheit zusammenfasst. Er berücksichtigt unter anderem:
- die Luftverschmutzung durch industrielle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Gebäudebau
- den Verbrauch natürlicher Ressourcen (Metalle, Rohstoffe)
- Stoffe, die aquatische Ökosysteme belasten (Eutrophierung)
- bestimmte Formen von Toxizität für natürliche Umgebungen
Für den Bau des D4 beläuft sich die Summe dieser Auswirkungen auf 4 188 Millionen UBP.
D4 ist für mindestens 60 Jahre ausgelegt
Das Rechenzentrum D4 ist auf eine Betriebsdauer von mindestens 60 Jahren ausgelegt (geplante Nutzungsdauer). Der CO₂-Fussabdruck des Baus wird über diesen Zeitraum berechnet und muss daher langfristig eingeordnet werden. Sollte der D4 aus irgendeinem Grund vor Ablauf von 60 Betriebsjahren nicht mehr genutzt werden, könnte die Fläche problemlos einer anderen Nutzung zugeführt werden – zumal das Gebäude als unterirdischer Bau keinerlei Auswirkungen auf das Landschaftsbild hat.
Die Baubilanz (Lebenszyklusanalyse) berücksichtigt auch den künftigen Austausch bestimmter technischer Ausrüstungen. Unter Einbeziehung dieser Erneuerungen beläuft sich der Gesamt-Fussabdruck des D4 über seine gesamte Nutzungsdauer auf 5 566 Tonnen CO₂e.
Die von den Servern des D4 erzeugte Wärme wird zurückgewonnen und in das Fernwärmenetz eingespeist. Diese Wärmenutzung fliesst nicht in den Bau-Fussabdruck ein, da sie zur Betriebsphase gehört. Langfristig wird der D4 dazu beitragen, bis zu 6 000 Haushalte zu heizen.
Ein neuer Meilenstein in Infomaniaks Umweltstrategie
Diese Bilanz markiert einen Meilenstein in der Umweltstrategie von Infomaniak. Erstmals ermöglicht sie es, die physischen Auswirkungen des Gebäudes und seiner Materialien in unsere Treibhausgasbilanz (THG) zu integrieren – gemäss den geltenden Berechnungsnormen (Baukostenplan Hochbau eBKP-H:2020 Bereich Konstruktion, nach den SIA-Merkblättern 2032:2020 und 2040:2017).
Diese Analyse macht einen Teil des digitalen Fussabdrucks sichtbar, der in Klimabilanzen oft fehlt: den Bau der Infrastrukturen selbst.
Sie legt auch den Grundstein für einen Ansatz, den wir künftig auf alle unsere Infrastrukturprojekte anwenden werden, um deren Auswirkungen bereits ab der Bauphase zu messen.
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Donnerstag 2 April 2026

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